Wort des Jahres

Während die meisten Menschen, ein vergangenes Jahr in Bildern, Nachrichtenberichten oder besonderen Erfolgen zusammenfassen, konzentriert die Gesellschaft für deutsche Sprache die vergangen 365 Tage im Wort des Jahres. Jedes Jahr ist geprägt von politischen und gesellschaftlichen Themen, die vom Kindergarten-Kind, dem KFZ-Mechaniker bis zum Spitzenpolitiker eine signifikante Relevanz haben.

Das Wort des Jahres fungiert als bedeutungstragendes Schlagwort, dass diese wichtigsten Ereignisse kurz und prägnant zusammenfasst. Ob das Wort des Jahres besonders häufig im gesellschaftlichen oder medialen Sprachgebrauch vorgekommen ist, spielt dabei weniger ein Rolle als die Bedeutung dieses Wortes im Bezug auf die prägendsten Probleme oder Diskussionen des Landes.

Seit 1977 wird regelmäßig, jährlich ein neues Wort des Jahres gekürt, wobei das erste Wort bereits 1971 ausgewählt wurde. In den folgenden Jahren haben ebenso das Unwort des Jahres, der Satz des Jahres und das Jugendwort des Jahres ihre eigene Kategorie erhalten.

Die Wort des Jahres Übersicht:


Wort des Jahres 2012: Rettungsroutine

2011 war es der Stresstest, 2012 ist Rettungsroutine das Wort des Jahres. Jeder hat sie mitbekommen – die Rettungsroutine. Doch vielen war das Wort kaum ein Begriff bevor es zum „Wort des Jahres 2012“ gewählt wurde. Wie auch 2011, 2009 (Abwrackprämie) , 2008 (Finanzkrise) ist es wieder politisch angehaucht.

Der Euro-Rettungschirm ist Teil der Rettungsroutine.

Der Euro-Rettungschirm ist Teil der Rettungsroutine. (c) Kurt F. Domnik / pixelio.de

Über 2200 Wörter standen der Jury bei der Wahl des Wort des Jahres 2012 zur Auswahl. Gewinner war schlussendlich das Wort „Rettungsroutine“. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass das Wort des Jahres nicht zwingend ein häufig genutztes Wort sein müsse, sondern auch ein Wort von besonderer Bedeutung und Signifikanz sein könne.
Seinen Ursprung findet das Wort des Jahres darin, dass in der immer noch andauernden Finanzkrisen-Zeit immer wieder Länder durch Finanzspritzen der EU gerettet werden müssen. So geschah dies nun so häufig, dass die Rettung eines Landes wahrlich zur Routine geworden ist. Andere Länder konnten sich durch das günstige Geldleihen als Folge des EU-Rettungsschirm zumindest vorläufig selbst retten.

Ein Wort des Jahres mit Widerspruch

So ist „Rettungsroutine“ zum Gewinner gekürt worden, weil es die immer wiederkehrenden Maßnahmen zur Rettung einzelner EU-Länder beschreibt. Längst sind die Finanzhilfen keine Einzelfall mehr, sondern, wie das Wort „Rettungsroutine“ schon sagt, Gewohnheit geworden. Der Vorsitzende der Geselleschaft für deutsche Sprache (GfdS) Armin Burkhardt kommentiert dies „Alle paar Wochen werden neue Pakete geschnürt.“

Auch sprachlich sei das Wort interessant, argumentierte die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache. So bilden die beiden Wortbestandteile einen Widerspruch in sich:

  • Rettung: eine Rettung stellt einen intuitiven, akuten Vorgang da, der in der Regel abgeschlossen ist.
  • Routine: als Routine wird etwas bezeichnet, wenn es wiederkehrend ausgeführt wird. Oft spielt eine gewisse Erfahrung eine Rolle. Etwas routinemäßiges ist zudem meist auf Dauer angelegt.

So sieht man, dass das Wort Rettungsroutine zwei gegensätzliche Bestandteile hat. Zum einen die Rettung, die etwas spontanes, ungeplantes ist und zum anderen die Routine, die etwas geplantes, regelmäßig Vorkommendes bezeichnet.

Wort des Jahres 2012: weitere Anwärter

Platz 2 bei der Wort des Jahres Wahl 2012 hinter Rettungsroutine - das Wort "Kanzlerpräsidentin" als Bezeichung für Angela Merkel.

Platz 2 bei der Wort des Jahres Wahl 2012 hinter Rettungsroutine – das Wort „Kanzlerpräsidentin“ als Bezeichung für Angela Merkel. (c) Alexander Hauk / pixelio.de

Den zweiten Platz bei der Wahl zum Wort des Jahres belegte das Wort „Kanzlerpräsidentin“. Es ist eine Bezeichung für unsere Kanzlerin Angela Merkel, die sich gern auch mal in der Zurückhaltung und Neutralität eines Bundespräsidenten übt.
Ein wenig zum Schmunzeln anmuten tut Platz 3, welchen „Bildungsabwendungsprämie“ einnimmt. Von der Jury der GfdS wurde als „gelungener Kampfbegriff“ der Gegner des Betreuungsgeldes bezeichnet.
Allgemein waren die Top-Ten-Plätze sehr politisch angehaucht. Platz 7 war das „Punk-Gebet“ welches auf die Protestaktion der Pussy Riot der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale anspielt.
Auch der viel disktuierte Berliner Flughafen schaffte es mit dem satirischen „Fluch-Hafen“ unter die Top 10.

Das Unwort des Jahres ist das von Jörg Kachelmann geprägte Wort „Opfer-Abo“. Er benutzte es im Zusammenhang mit dem Prozess in dem ihm vorgeworfenen Vergewaltigungen verhandelt wurden. Seiner Meinung nach haben Frauen ein „Opfer-Abo“, d.h. sie werden selbst wenn sie die Täterinnen sind als Opfer dargestellt. Die Jury kritsierte das Wort in ihrer Wahl damit, dass es „gängige Vorurteile in Bezug auf eine Vortäuschung von Vergewaltigungen oder eine Mitschuld der Frauen bestätigt.“
„Mir fehlte das Fingerspitzengefühl.“ – der Satz des Jahres 2012. Geäußert wurde dieser von Peer Steinbrück, als dieser sich zu einer Honorarzahlung der Stadtwerke Bochum über 25.000€ rechtfertigen musste.
Dies ist nicht die beste Begründung, aber wie der Jugendliche in 2012 es kommentiert hätte – YOLO.

Back to top


Wort des Jahres 2011: Stress Test

Wort des Jahres Stress Test im Finanzsektor

Wort des Jahres wird 2011 zum dritten Mal ein Begriff aus dem Finanzsektor (c) Daniel Gast / pixelio.de

Nach dem „Wutbürger“ im Jahre 2010 hat sich die Gesellschaft für deutsche Sprache ein Jahr darauf für das Wort „Stress Test“ als Wort des Jahres entschieden. Damit hielt erneut die Finanzkrise Einzug in den deutschen Sprachgebrauch, denn schon in den Jahren 2008 (Finanzkrise) und 2009 (Abwrackprämie) war sie für das Wort des Jahres mittelbar verantwortlich. Der Stress Test kommt wie ein Schlagreim daher und könnte durchaus Bestandteil eines Zungenbrechers sein, ausgesprochen von den Bankdirektoren des Landes: „Du stresstest mich mit Stresstests und bestreitest stets den Teststress jedes zweiten Stresstests.“

In der Tat haben wir den Erfolg des Wortes vor allem den Belastungstests zu verdanken, denen die Banken auf Grund ihrer instabilen Lage ausgesetzt waren, weil sie drei Jahre zuvor das Geld ihrer Anleger verzockt hatten. Das war bei seiner Geburt in den neunziger Jahren als medizinischer Fachbegriff nicht vorauszusehen. Damals bezeichnete der Stress Test lediglich die Tests, die Patienten auf den verschiedensten Ergometern ausgesetzt waren, um ihre individuelle körperliche Leistungsfähigkeit zu dokumentieren.

Ein Wort des Jahres mit hoher Produktivität

Aus diesem Schattendasein wurde es nach und nach von etlichen Metapher-Fetischisten herausgerissen und spätestens seit der Schlichtung des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart21, ging es in den allgemeinen Sprachgebrauch über. Nun war der Stress Test in allen möglichen Bereichen anwendbar. Armin Burkhardt, der Vorsitzende der GfdS, nannte das Wort deshalb auch als „sprachlich äußerst produktiv“. Heute werden alle Dinge, die nicht funktionieren oder Angst machen von ihren Feinden dem Stress Test ausgesetzt, insbesondere Landesregierungen, Atomkraftwerke, die Beziehung der van der Vaarts und die Torquote von Mario Gomez.

Wort des Jahres 2011: weitere Anwärter

Wort des Jahres Anwärter Arabellion

Weiterer Wort des Jahres Anwärter 2011 war Arabellion (c) Elke Muther / pixelio.de

Bis aufs Treppchen bei der Wahl zum Wort des Jahres 2011 haben es „hebeln“ und „Arabellion“ geschafft. Da hat die Jury sich zu einer Fantasielosigkeit hinreißen lassen, denn das „hebeln“ als Fachbegriff aus der Finanzbranche soll die Bedeutung des aus der Allgemeinsprache bereits bekannten Wortes erweitern, indem es die Bemühung um die finanzielle Rettung der Eurostaaten spiegelt.

Arabellion, der Oberbegriff für die zahlreichen Revolutionen und politischen Umwälzungen in den arabischen und nordafrikanischen Ländern, dürfte dem Normalverbraucher ziemlich gleichgültig sein. Interessanter ist da schon das Verb guttenbergen, als Synonym für abschreiben, abkupfern, plagiieren. Das ist wirklich ein schönes Wort, das sich längst nicht mehr auf das Vorgehen des Mannes beschränkt, der ihm seinen Namen gegeben hat. Leider landetes es nur auf Platz 7.

Der Satz des Jahres 2011 ist übrigens: „Fukushima hat meine Haltung zur Kernenergie verändert.“ Es war sicher ein Stress Test für das Denken unserer Bundeskanzlerin, der durch eine Naturkatastrophe am anderen Ende der Welt ausgelöst wurde.

Back to top


Wort des Jahres 2008: Finanzkrise

Wort des Jahres 2008 Finanzkrise

Dem Wort des Jahres 2008 konnt man nicht entgehen: Finanzkrise (c) Gerd Altmann / pixelio.de

Im Jahr 2008 kam es zu der bedeutendsten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Die Konjunktur ist zwischen den Jahren 2008 und 2009 so tief gesunken, wie seit der Weltwirtschaftskrise von 1929 nicht mehr. Bis heute stecken viele Länder in einer anhaltenden Rezession. Zusätzlich zum wirtschaftlichen Abschwung, kamen die enormen Belastungen durch die einhergehende Finanzkrise.

Der Ausbruch der weltweiten Finanzkrise ist auf den 10. Oktober 2008 zu datieren. An diesem Freitag sanken die weltweiten Börsenkurse um mehr als 18%. Als Auslöser für den „Schwarzen Freitag“, werden computergestützte Verkaufsplatzierungen versehen, die in Bruchteilen von Sekunden an den internationalen Handelsplätzen angeboten wurden. Bei genauer Betrachtung agieren weitere makroökonomische und mikroökonomische Faktoren als Auslöser für die weltweite Finanzkrise.

Amerikanische Privatpersonen haben oftmals über ihre Verhältnisse hinweg weiter Geld ausgegeben. Dies hat sich besonders auf dem Immobilienmarkt niedergeschlagen. Die Finanzierung lief über Hypothekenkredite mit einem gestaffelten Zins. Durch niedrige Kreditbedingungen und geringe Zinsen nahmen viele Amerikaner Kredite auf, die sich eigentlich nicht tragen konnten.

Ein krisenreiches Wort des Jahres

Das hat aber noch nicht die eigentliche Finanzkrise ausgelöst. Erst die Verbriefung der Hypotheken in gebündelte Hypothekenbriefe und Wertpapiere und der Verkauf auf dem Weltmarkt haben eine Liquiditätskrise heraufbeschwört. Durch die Bündelung von schwachen und starken Schuldnern in einem Papier und die dadurch sinkende Ausfallwahrscheinlichkeit, bekamen die meisten Papiere eine sehr gute Bewertung. Die als sicher angesehenen Verbriefungen wurden dann über die internationalen Finanzmärkte überall auf der Welt verkauft.

Erst als sich herausstellte, dass, wenn die variablen Zinsen auf die Hypotheken steigen, immer mehr Schuldner ihre Hypothekendarlehen nicht mehr tilgen können, brach der Markt zusammen. Und mit ihm das Vertrauen in die Finanzmärkte. Seinen Höhepunkt fand die Krise 2009 in dem Sterben verschiedener Bankinstitute, die mit Mühe vom Steuerzahler gerettet werden mussten.

Die Auswirkungen der Krise sind heute noch zu spüren. Der private Konsum sank zwischen den Jahren 2008 und 2010 kontinuierlich, genauso wie Investitionen und Realwirtschaft. Der Arbeitsmarkt brach zusammen. Auch jetzt liegt die Arbeitslosenquote in Amerika und vielen Ländern Südeuropas weit über den Werten vor 2008. Im Dezember 2008 wählte die Gesellschaft für deutsche Sprache das Wort Finanzkrise zum Wort des Jahres. Gründe waren insbesondere die rezessiven Entwicklung und die schlechte Liquiditätsversorgung vieler Länder. Die Sorge um eine Verschärfung der Situation war 2008 in aller Munde.

Wort des Jahres 2008: Weitere Anwärter

Wort des Jahres von Obama Yes we can

Barack Obama’s berühmter Wahlspruch ist auf Platz 2 für das Wort des Jahres 2008: „Yes we can“ (c) Dieter Schütz / pixelio.de

Die Finanzkrise hat ihre Wurzeln noch tiefer in die Kandidaten-Auswahl zum Wort des Jahres geschlagen, so schwingen bei den Plätzen 4 „Rettungsschirm“, 7 „verzockt“ und 8 „hessische Verhältnisse“ sowohl Verdruss, Wut und Folgenschwere der Finanzkrise eindeutig mit. Glücklicherweise hat diese Krise nicht allein das Jahr 2008 bestimmt. So ist der Anwärter mit der Silbermedaille „Yes, we can“ als wohl einer der promintesten Wahlsprüche des vergangenen Jahrzentes vom US-Präsidenten Barack Obama.

Das Jahr 2008 war geprägt von politischen Themen, Debatten und Theorien, was sich auch weiterhin in den restlichen Alternativen für das Wort des Jahres zeigt. So schafft es im Zuge der neuen Weltordnung mit China auf einem steigenden wirtschaftlichen Ast das Wort „multipolare Welt“ auf Platz 5 und auch die „Umweltzone“ (Platz 6) und der „Datenklau“ (Platz 9) zeigen sich in der Wahl zum Wort des Jahres.

Selbst das Unwort des Jahres, das im Normalfall vergleichsweise wenig mit dem Wort des Jahres zusammenhängt, bleibt thematisch im Kanon der Krise: „notleidende Banken“. Eine Frage bleibt: Wie erklärt sich in solch einem anstrengenden Jahr, mit Politik und Finanzkrise in allen Köpfen der 4. Platz in der Wort des Jahres Rangliste, Nacktscanner?

Back to top


Wort des Jahres 2007: Klimakatastrophe

Wort des Jahres 2007 Klimakatastrophe

Das Wort des Jahres 2007 beschäftigt sich mit der Angst vor der globalen Erwärmung (c)Bernd Wachtmeister / pixelio.de

Der drastische Klimawandel rückte immer mehr in den Fokus unserer Aufmerksamkeit. Die Medien griffen das Thema kontinuierlich auf und fachten eine heiße Diskussion an. Die Wahl des Wortes „Klimakatastrophe“ zum Wort des Jahres 2007 ist also die Manifesttation eines immer stärkeren Bewusstseins für diese Entwicklung.

Al Gores Film „An inconvenient Truth“ wurde im Jahre 2006 veröffentlicht und hat seitdem immer weitere Kreise gezogen. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat zeigt darin die Folgen der Erderwärmung auf. Somit ist er nicht unbeteiligt an einer Vergrößerung des Interesses an Klimakatastrophen. Das Klimarat der Vereinten Nationen hatte 2007 ebenfalls einige Szenarien vorgestellt, wie sich der Planet entwickeln könnte. Diese hatten wie Gores Einschätzungen einen beängstigend negativen Charakter.

Andererseits muss man mit solchen Prognosen natürlich vorsichtig umgehen. Die Entwicklung von Zukunftsszenarien ist eine unsichere Wissenschaft. Es müssen unzählige Faktoren Beachtung finden, von denen man oftmals noch nicht die Entwicklung in den nächsten Jahren absehen kann. Die Betrachtung der globalen Erwärmung muss nicht zwangsläufig mit einer unausweichlichen Klimakatastrophe für uns übereingehen.

Ein zukunftsweisendes Wort des Jahres

Fakt ist, dass die Natur in diesem Jahr große Schäden verursachte. Der Orkan Kyrill fegte über weite Teile Europas hinweg. Seine Windgeschwindigkeiten erreichten bis zu 225 km/h. 47 Menschen verloren dabei ihr Leben und Unmengen kamen mit Blessuren davon. Die Aufmerksamkeit war umso größer, weil diese Regionen selten Ziel von solchen Naturphänomenen sind. In den USA zum Beispiel, können auf Grund des konstanten Auftretens von Ereignissen dieser Art schon früh präventive Maßnahmen ergriffen werden. Überschwemmungen machten den Menschen ebenfalls zu schaffen. Mit Großbritannien ist dabei ein weiteres europäisches Land Opfer der Natur.

Eine größere Präsenz des Klimawandels im Bewusstsein der Menschen ist als positiv zu erachten. Kritisch zu betrachten ist hingegen die Panikmache im Bezug auf zukünftige Entwicklungen und Ereignisse. Voraussagen sind immer schwer zu treffen und es können keine präzisen wissenschaftliche Untersuchungen vorgenommen werden. Ob die Auszeichnung der „Klimakatastrophe“ als Wort des Jahres also ein gerechtfertigter Aufschrei ist oder aus einer falschen, weil überzogenen Analyse des Wandels resultiert, wird sich zeigen.

Wort des Jahres 2007: weitere Anwärter

Wort des Jahres Eisbär Knut

Ein Anwärter auf das Wort des Jahres 2007 war Eisbär Knut (c) Marko Paul Kretschmer / pixelio.de

Die weiteren Konkurrenten für den Titel „Wort des Jahres 2007“ waren äußerst vielschichtig. Der allseits beliebte und vor allem medienwirksame Eisbär Knut hat es mit seinen Spieleinlagen, dem flauschig weißen Fell und der Phrase „Alles wird Knut“ nur auf Platz 10 geschafft. Im Gegensatz dazu findet sich „Second Life“, das Online-Rollenspiel, das dem User ein „zweites Leben“ verspricht und unter dem Großteil der Internet-Gemeinde eher verpöhnt ist, im Wort des Jahres Ranking auf Platz 7 wieder. Ähnlich brisant im Nachrichtenrummel waren Begriffe wie „Dopingbeicht“ (Platz 5) und „Raucherkneipe“ (Platz 3), die genügend Zündstoff für angeregte Diskussionen im Alltag lieferten.

Nicht weniger kontrovers ist das Unwort des Jahres 2007 „Herdprämie“. Von CDU aufgeworfen und schnell von der Gesellschaft verspottet, bezeichnet es Betreuungsgeld für Hausfrauen und -Männer, die anstatt ihre Kinder in einer Kita unterzubringen, von zu Hause aus die Betreuung selbst übernahmen. Während das Wort des Jahres „Klimakatastrophe“ einen globalen Bezug hat, konzentrieren sich die restlichen Anwärter auf den deutschen Sprach- und Kulturraum.

Back to top