Politik und Zeitgeschichte: Deutsche Wiedervereinigung

Als eine der schwerwiegendsten Folgen des Zweiten Weltkriegs gilt in der Politik und Zeitgeschichte die Spaltung und Wiedervereinigung Deutschlands. Die Sowjetunion sowie die drei alliierten Siegermächte USA, Frankreich und Großbritannien teilten das Land vorerst unter sich auf und übernahmen die Regierungsgeschicke. Wenige Jahre später gründeten sich 1949 zwei separate Staaten, die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik.

Deutschland war damit in Ost- und Westdeutschland gegliedert, mit einer geteilten Hauptstadt Berlin. Nachdem die DDR 1961 den Mauerbau beschloss und vollzog war das Land nun auch symbolisch gespalten. Insgesamt 41 Jahre war Deutschland diesem Zustand ausgesetzt, der nicht nur das Gebiet sondern auch die Bevölkerung spaltete.

Der Prozess der Wiedervereinigung

WiedervereinigungDeutschlands in Politik und Zeitgeschichte

Die Wiedervereinigung wurde zum bedeutendsten Ereignis der jüngeren deutschen Politik und Zeitgeschichte (c) M.E. / pixelio.de

In der Politik und Zeitgeschichte wird unter Deutscher Wiedervereinigung die friedliche Revolution in der DDR, sowie der Prozess bis sich die politische Führung der DDR dazu durchrang, sich offiziell der BRD anzuschließen, sich also wieder zu vereinen, verstanden. In Ostdeutschland kam es zur Flucht tausender Bürger, Massendemonstrationen und am 9.11.1989 zum Mauerfall. Der Weg zur politischen und gesetzlichen Wiedervereinigung war damit gegeben.

Als letzter Ministerpräsident der DDR trat Lothar de Maiziére im April 1990 sein Amt an. De Maiziére wollte den Beitritt der DDR zur BRD auf gesetzlichem Weg erreichen. Es begannen außenpolitische Verhandlungen mit den Siegermächten.

Zwei-Plus-Vier: die Wiedervereinigung im Gespräch

Die sogenannten Zwei-Plus-Vier-Gespräche brachten die vertragliche Zustimmung der teilnehmenden Parteien zur Wiedervereinigung. Im Mai kam es zu einem weiteren Erfolg in der Politik und Zeitgeschichte, der Unterzeichnung des Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunions-Vertrags. Ab Juli begannen die innenpolitischen Verhandlungen. Der abgeschlossene Einigungsvertrag besiegelte letztendlich die Zusammenschließung des einst geteilten Staates. Am 03.10.1990 wird nun alljährlich der Tag der Deutschen Einheit und Wiedervereinigung gefeiert, ein besonders Datum der Politik und Zeitgeschichte.

Folgen der Wiedervereinigung

Wiedervereinigung Gedenken Tafel

Wiedervereinigung am 03. Oktober 1990 – die Grenzen in den Köpfen zwischen „Ossis“ und „Wessis“ weichen langsamer (c) Hartmut910 / pixelio.de

Die Deutsche Einheit brachte jedoch nicht nur Positives mit sich. Beispielsweise verloren viele „Ossis“ ihren Arbeitsplatz. Nur ein Viertel der arbeitsfähigen, ehemaligen DDR-Bevölkerung behielt seinen Beruf. Ebenso schwierig verlief die Integration beziehungsweise Umstellung der Planwirtschaft auf Marktwirtschaft. Vor allem das Projekt „Aufbau-Ost“ von 1994, also der EX-DDR aus der Krise zu helfen, stieß bei „Westbürgern“ auf Ablehnung. Aber auch die ehemalige DDR-Bevölkerung musste sich von nun an damit abfinden, in einer konsumorientierten BRD zu leben, wo kostenlos studieren und sichere Kindergartenplätze hinter anderen Dingen zurückgestellt waren.

Die Bedeutung für Politik und Zeitgeschichte der Wiedervereinigung spiegelt sich ebenso eindrucksvoll im Wort des Jahres 1990 wieder. Die Top 5 Platzierungen fielen auf die Wörter: „sozial abfedern“, „polnische Westgrenze“, „2+4-Gespräche“, „vereintes Deutschland“ und auf Platz 1: „die neuen Bundesländer“.

Wiedervereinigung heute

Diese ehemals „feindselige“ Stimmung zwischen „Wessis“ und „Ossis“ geht immer weiter zurück. Beide Begrifflichkeiten waren vor 1990 negativ besetzt, heute jedoch kaum noch und beziehen sich viel mehr auf die Herkunft. „Wessis“ studieren und wohnen im „Osten“, „Ossis“ arbeiten und wohnen im „Westen“. Die Spaltung existiert nur noch in wenigen Köpfen der Nation. In Politik und Zeitgeschichte bleibt sie jedoch von Bedeutung.