Auch Eltern geht der Bildungsstreik was an! Gemeinsam Flagge bekennen!
In den vergangenen Jahren haben es SchülerInnen, Studierende und Auszubildende geschafft, einen gesellschaftlichen Widerstand gegen die katastrophalen Verhältnisse unseres Bildungssystems zu organisieren. Doch von ernstzunehmenden Verbesserungen kann bisher keine Rede sein. Als Eltern erleben wir jeden Tag aufs Neue die negativen Folgen vergangener Reformen.
Durch die Verlängerung des Schultages im G8 und durch eine ganze Reihe weiterer Maßnahmen sind unsere Kinder mehr Stress ausgesetzt, unter dem sie leiden. Sie kommen immer später nach Hause und haben immer weniger Zeit für Aktivitäten außerhalb der Schule: für sich selbst, zum Ausgleich oder für ihr soziales Leben. Immer mehr SchülerInnen schaffen die Anforderungen der Schule nicht und brauchen Nachhilfe. Nachhilfestunden werden zum ‘Normalfall’. Nachhilfe ist aber sehr teuer und für viele von uns eine Belastung. Nicht wenige in der Region hat die Arbeitslosigkeit getroffen oder wir mussten zumindest ‘den Gürtel enger schnallen’.
Dabei hängt die Perspektive der Kinder ohnehin schon stark vom Einkommen der Eltern ab. Und es wird nicht besser! Die Zukunft unserer Kinder wird zerstört, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Was ist, wenn die Entscheidung, ob zukünftig Hauptschule, Realschule, Gymnasium oder Studium, ansteht? Was ist, wenn der Nachwuchs doch keinen Ausbildungsplatz oder später Arbeitsplatz bekommt? Haben wir dann versagt? Sind wir schlechte Eltern, weil wir zu wenig gefördert haben, uns zu wenig bemüht haben? Viele Eltern machen sich selbst Vorwürfe, nicht genug getan zu haben.
Aber weit gefehlt! Denn schließlich wird es in diesem Bildungssystem – in dem Sortierung und Auslese zentral sind – immer Kinder geben, denen der Zugang zu einem Ausbildungsplatz oder einem Platz an der Hochschule verwehrt wird. Und in Zeiten von Massenentlassungen und Arbeitslosigkeit in ganz Europa wird es auch immer eine Jugendarbeitslosigkeit geben.
Anstatt sich ständig selbst Vorwürfe zu machen, gar den enormen Druck auf uns und unsere Kinder selber weiter zu erhöhen, müssen wir selbst aktiv werden und gemeinsam für die Zukunft unserer Kinder kämpfen. Wir können nicht daneben stehen und als Zeugen zuschauen wie unsere Kinder in eine Zukunft treten, die nicht mal wir uns wünschen würden!
Wir Eltern haben es satt, dass…
… unsere Kinder zu Lernmaschinen degradiert werden
… wir finanziell die Versäumnisse des Bildungssystems ausbaden sollen
… uns und unseren Kindern Mit- und Selbstbestimmung im Bildungssystem verwehrt wird.
Deshalb gehen wir gemeinsam mit unseren Kindern auf die Straße!
09. Juni: 11:30 Hallplatz Nürnberg & Hugenottenplatz Erlangen
10. Juni: 18:00 Gewerbemuseumsplatz Nürnberg


Juni 10th, 2010 at 19:58
Den Flyer habe ich leider nie gesehen… bin trotzdem gekommen, denn eure Anliegen sind mir als Mutter eines G8-Schülers, Lehrerin und Alleinerziehende aus mehreren Perspektiven gut bekannt und wichtig! Schade, dass nicht mehr Leute da waren – aber vielleicht sollte es trotzdem beim nächsten Mal wieder eine Demo um 18 Uhr geben und vorher die Elternbeiräte etc. informiert werden… Macht weiter!