Bildungsstreikbündnis wertet Demonstration als vollen Erfolg
3000 – 4000 überwiegend junge Menschen folgten dem Aufruf des Bildungsstreikbündnisses Nürnberg/Erlangen. Mit einer lauten und kraftvollen Demonstration zogen die Streikenden durch die Nürnberger Innenstadt.
In Redebeiträgen wurden die polizeiliche Repression beim vergangenen Bildungsstreik ebenso wie die hohe Präsenz am heutigen Streik stark kritistiert. Ebenso wie die Haltung einiger Schulleitungen, die streikende SchülerInnen mit Verweisen für ihr politisches Engagament bestraft haben. Auch wurde auf die spezifischen Probleme von Auszubildenden und PraktikantInnen eingegangen, die aufgrund einer zu befürchtenden Kündigung nicht an der Demonstration teilnehmen konnten. Die Bildungsgewerkschaft GEW hat verkündet, dass sich viele LehrerInnen solidarisch erklärt haben, jedoch ebenfalls nicht streiken dürften, da es in Deutschland kein politsches Streikrecht gibt. Weitere Solidaritätsbekundungen in Form von Grußwörtern gab es unter anderem von VertreterInnen besetzter Unis aus Graz und einem Professor aus Kuba.
„Der Tag war für uns ein voller Erfolg“, meint Jasmin Hildebrand, Sprecherin des Bildungsstreikbündnisses Nürnberg/Erlangen. Und ergänzt weiter „Massenhafte Verteilungen vor Schulen, Infostände in der Innenstadt und die Mobilisierung über das Internet haben die TeilnehmerInnenzahl möglich gemacht. Aber auch die Welle der Hochschulbesetzungen über das Bundesgebiet hinaus, hat wohl ihr übriges zu der guten Mobilisierung beigetragen.“
Gegen Ende der Proteste entschlossen sich einige DemonstrantInnen spontan auch in Nürnberg und Erlangen Besetzungen durchzuführen. So wurde das Audimax der Universität Erlangen gegen 10.30 Uhr besetzt. Das Gebäude der Georg-Simon Ohm Hochschule wurde gegen 14 Uhr von Streikenden spontan erstürmt und seitdem besetzt gehalten. Dazu meinte Jasmin Hildebrand: „Wir begrüßen jede Aktion, bei der sich Menschen für eine emanzipatorische Bildung einsetzen. Dass wir unsere Demonstration jetzt früher als geplant unterbrechen mussten, können wir unter diesen Voraussetzungen durchaus verschmerzen.“

